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Foto von Felix Mattes



Inhalt

29.4.2018
neuester Eintrag


17.7.2016 - 30.7.2016
Wie es begann ...

14.11.2016 - 24.12.2016
Nomaden-Lehrling

19.1.2017
Schere im Kopf

25.5.2017 - 28.5.2017
DNX - die Nomaden-Konferenz

17.7.2017 - 31.7.2017
HomeOffice auf dem Campingplatz

5.8.2017 - 28.8.2017
Social Workation in Uganda






Nomaden, Google und der ganze Rest

17.7.2016

Urlaub. Ich fahre mit meiner Frau Ulrike und meiner Tochter Tabea in die Bretagne. Wir haben einen alten Falt-Caravan (auch Trailer Tent oder Klappfix genannt), darum darf ich nur höchstens 100 km/h fahren. Also müssen wir auf der Fahrt eine Übernachtung einplanen. Wir finden mit Googles Hilfe in Corbie einen schönen Campingplatz mit alten Bäumen am Ufer der Somme. Sehr einfach, aber sauber, kein Restaurant. Wir haben für diese Nacht weniger als 10 € pro Person bezahlt.


18.7.2016

Als wir am nächsten Tag weiterfahren, sehe ich unterwegs viele Schilder, die auf interessante Orte hinweisen. Gerne würde ich von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten reisen, aber wir haben nur 14 Tage Zeit, von denen vier für die Fahrt draufgehen. Rentner müsste man sein, oder Nomade.

Vor ein paar Wochen habe ich im Internet das Thema "Digitale Nomaden" gefunden. Ich war schon immer ruhelos und habe es nie lange an einem Ort ausgehalten. Aber jetzt arbeite ich schon seit sechs Jahren in Bonn. Ich habe diesen Auftrag (Qualitätssicherung für die Telekom) damals angenommen, weil ich abends bei meiner Familie sein will. Nur fühle ich mich mehr und mehr wie im Gefängnis. Einem Gefängnis, das ich mir selbst eingerichtet habe. Ich fahre an drei Tagen pro Woche für mehr als acht Stunden ins Büro, und einen weiteren Tag mache ich die selbe Arbeit von zu Hause aus. Dabei habe ich eigentlich einen Drei-Tage-Vertrag. Und der Computer, an dem ich arbeite, steht in Münster, meine Kollegen sitzen in Bonn, Hannover, Darmstadt und einem Dutzend anderer Orte. Eigentlich gibt es außer dem sozialen Kontakt zu den Kollegen keinen Grund, im Büro der Telekom zu sitzen. An dem Auftrag arbeiten kann ich überall. Also nichts wie weg hier? Ach ja, da war doch noch etwas: meine Familie. Aber Tabea macht in zwei Jahren Abitur, und dann muss ich nur noch Ulrike überreden, mit mir auf Reisen zu gehen.


19.7.2016

Eine Freundin hat Ulrike von der Normannischen Schweiz erzählt. Weil es dort so schön sein soll, bleiben wir für zwei Tage in Clécy. Der Campingplatz liegt direkt am Fluss unter schönen alten Bäumen.

Mit Tabea mache ich eine Kanutour auf der Orne. An einer Staustufe bleiben wir mit dem Bug an einer Begrenzung hängen, das Kanu dreht sich, wir fahren rückwärts die Stufe hinunter und kentern. Dabei geht mein Handy baden, das ich in der Brusttasche habe, und ich schalte es vorsichtshalber aus. Als ich es später wieder einschalte, spielt die nasse Tastatur verrückt und behauptet, ich hätte die PIN dreimal falsch eingegeben. Wie komme ich jetzt an meine PUK? Vodafone stellt sie im Internet bereit, wenn man seine Kundennummer weiß. Aber die habe ich im Urlaub nicht dabei.

Ich habe zwar mein MacBook dabei, aber das kostenlose WLAN auf dem Campingplatz ist völlig überlastet, und ich komme nur selten ins Internet.


21.7.2016

Ohne Handy komme ich mir vor wie amputiert. Kein Leo Wörterbuch, keine Karten und Stadtpläne, keine Wikipedia ...

Für die alte Navi, die im Auto eingebaut ist, haben wir im Ausland nur die "Mayor Roads of Western Europe", die viele Straßen nicht kennt. Leider ist die Straße auf der Strecke, die sie ausgerechnet hat, gesperrt, und wir fahren ein paarmal in verschiedenen Schleifen, bis wir die Straße hinter der Sperre wiederfinden.

Nach einem Besuch in Mont Saint Michel kommen wir am Nachmittag auf dem Campingplatz Sept Iles bei Trélévern an der Nordküste der Bretagne an. Einfach und sauber, kaum Schatten, dafür waren wir nur durch eine niedrige Mauer aus rosa Granitblöcken vom Meer getrennt. Tolle Sonnenuntergänge.

Hier ist das WLAN nicht gratuit, sondern kostet 13 € für zwei Tage. Aber es gibt Mengenrabatt: z.B. 23 € für sieben Tage oder 42 € für einen Monat. Dafür bin ich zu geizig und kaufe mir lieber für Tabeas Handy 100 MB pro Tag für 3 € bei Vodafone. Das reicht für meinen Urlaubsbedarf, und Freiminuten und SMS sind auch noch dabei. Bin mal gespannt, wie das wird, wenn die Roaming-Gebühren abgeschafft werden. Wenn ich digitaler Nomade werden will, brauche ich eine schnelle und zuverlässige Internetverbindung für die Arbeit.


22.7.2016

Ich lese gerade den dritten Band der Mars-Trilogie von Kim Stanley Robinson, eine wirklich interessante Utopie. An der Stelle, wo die neue Verfassung ausgearbeitet wird, steht auch die Frage, warum wir unsere Menschenrechte Demokratie und Selbstregierung an der Bürotüre abgeben, wenn wir zur Arbeit gehen. Zitat: "Und so kehren wir für den größten Teil des Tages zum Feudalismus zurück. Das nämlich ist Kapitalismus: eine Version des Feudalismus, in dem das Kapital das Land ersetzt und die Wirtschaftsbosse die Könige. Aber die Hierarchie bleibt. Und so liefern wir immer noch das Ergebnis von unserer Hände Arbeit unter Zwang ab, um Herrscher zu ernähren. die keine echte Arbeit leisten."

Nun ja, ich jammere da auf hohem Niveau. Als Selbständiger habe ich mehr Freiheiten als ein Angestellter, und als Dienstleister erfülle ich Bedürfnisse meiner Kunden. Aber ich frage mich schon, warum ich viel mehr als nötig arbeite, um das Geld zu verdienen, damit ich die Dinge kaufen kann, die ich eigentlich gar nicht brauche.

Wahrscheinlich habe ich nur Angst, dass mich niemand mehr liebt, wenn ich mich nicht so dumm verhalte wie alle Anderen.


24.7.2016

Wir klappern hier die Flohmärkte ab. Da findet man noch ganz alte Sachen für wenig Geld. Ich habe über www.brocabrac.fr einige in der Nähe gefunden und versucht, mit Googles Navi da hin zu kommen. Das klappt meistens ganz gut, aber die Beta-Version vertut sich manchmal mit den letzten 30 Metern und sagt das Abbiegen gelegentlich erst kurz nach der Kreuzung an. Und dann irrt man mit diesen verspäteten Ansagen durch die Einbahnstraßen eines Dörfchens. Sobald man das verstanden hat, läuft die Navigation sehr gut. Und man lernt die Gegend kennen, denn die Navi schlägt jedes Mal eine andere Strecke vor. Aber sie frisst viel Strom. Zweimal war kurz vor dem Ziel der Akku leer.


29.7.2016

Schloss Chenonceau Auf dem Rückweg fahren wir an der Loire entlang und sehen uns noch zwei Schlösser an: Chenonceau und Chambord. Danach habe ich Lust, eine Virtuelle Welt zu bauen, wie der Planet in Tad Williams Buch Otherland, wo eine Stadt einen ganzen Planeten bedeckt. Nur so zum Spaß.

Zeit müsste man haben. Aber am Montag ist der Urlaub vorbei.
Vom 27.5. bis 28.5.2017 ist die Digitale Nomaden Konferenz in Berlin. Da gehe ich mal hin.

30.7.2016

Nachtrag: Habe die PUK im Internet gefunden. Das Handy funktioniert wieder.    :-)


15.8.2016

Mobile Workers, © Computerwoche 2016 Noch ein Nachtrag: Zwei Drittel der in der IT Beschäftigten könnten mobil arbeiten. Warum tun das so wenige?
(Quelle: Computerwoche)







Nomaden-Lehrling

14.11.2016

Bei Facebook habe ich gesehen, dass eine Frau in Zürich jemanden sucht, der im Dezember ihre drei Katzen versorgt. Da das eine gute Gelegenheit wäre, das Arbeiten aus dem Ausland zu probieren, nehme ich Kontakt mit ihr auf.


1.12.2016

Ich bin als Katzensitter akzeptiert. Mit meiner Familie diskutiere ich, wann sie mich besuchen. Tabea hat leider noch bis zum 23.12. Schule, die Beiden könnten also nur am Wochenende oder über Weihnachten kommen. Aber Ulrike ist der Weg nur für ein Wochenende zu weit.


8.12.2016

Auf dem Weg nach Zürich probiere ich das WLAN im ICE aus. Mit meinen privaten Geräten klappt das gut, aber mit dem Telekom-Notebook nicht. Das versucht, einen VPN-Tunnel ins Firmen-Netzwerk aufzubauen, und lässt einen erst von dort aus ins Internet. Das WLAN im Zug will aber erst, dass ich auf einen Button klicke, mit dem ich die Geschäftsbedingungen akzeptiere, bevor es mich ins Internet lässt. So beißt sich die Katze in den Schwanz, weil das Notebook den Tunnel nicht aufbauen kann. Sicher gibt es da einen Trick, da muss ich mal nachforschen.

Arbeitsplatz Am Zielbahnhof Wallisellen zeigte ein Wegweiser in die falsche Richtung. Deswegen bin ich auf der Suche nach dem Bus erst mal auf der falschen Seite des Bahnhofs herumgeirrt.

Die drei Katzen, die bis Weihnachten meine Gastgeber sein werden, sind wunderschöne, langhaarige Burmakatzen und heißen Nino, Noah und Lucy. Ich habe ihnen als Gastgeschenk ein Leckerli mitgebracht, das sie gnädig annehmen.


9.12.2016

Hier in der Wohnung komme ich problemlos ins Telekom-Netzwerk und kann genau so arbeiten wie zu Hause. Nur die Kollegen sehen anders aus und haben vier Beine.

Nino ist überall mit seiner Nase dabei. Alles wird ausführlich beschnuppert.


10.12.2016

Heute mache ich meinen ersten Stadtbummel in Zürich und sehe mir die Gassen mit den Jahrhunderte alten Häusern und die Schaufenster an. Da gibt es auch eine Galerie mit Skulpturen von Bruno Bruni und Dali. Faszinierend.

Und ich durchstöbere die verschiedenen Supermärkte. Die Schweizer haben ganz andere Leckereien als wir zu Hause. Mostbröckli, Käsplättli, Chäschüchli, Mandelgipfeli, Schenkeli... Köstlich.


11.12.2016

Die Wohnung liegt auf einem Hügel, von dem man zwischen den Häusern die Alpen sehen kann. Um einen besseren Blick zu bekommen, gehe ich den Hügel hinauf. Tja, von da hätte man eine tolle Aussicht, wenn es nicht so diesig wäre. Ich werde wiederkommen, wenn das nächste Mal die Sonne scheint.

Es fühlt sich sehr seltsam an, meine Familie nicht um mich zu haben, aber wir halten täglich Kontakt über Skype. Ich muss mir mal eine neue Webcam zulegen. Ich sehe Ulrike immer nur, als ob sie hinter einer verregneten Scheibe stünde.

Nino hat mich adoptiert. Wenn ich mich mittags hinlege, kommt er und kuschelt sich an mich.


12.12.2016

Wenn ich nicht mehr zu bestimmten Zeiten im Büro sein muss, fällt es mir schwer, meine Zeit selbst zu strukturieren. Arbeit bei dem Telekom-Auftrag gibt es genug, aber ich will ja nicht nur arbeiten. Ich bin Frühaufsteher, und das konnte ich seit Jahren nicht mehr mit einem standardisierten Tagesablauf vereinbaren. Da habe ich jetzt die Gelegenheit, meinen eigenen Rhythmus auszuprobieren. Arbeit ist nicht das Problem, sondern sie auch mal liegen zu lassen und unter Leute zu gehen.

In meiner Freizeit bastle ich an meinen anderen Websites herum. Das wollte ich schon lange machen, aber ich hatte nie genug entspannte Zeit dafür.


14.12.2016

Beim Telefontarif fürs Handy habe ich nicht aufgepasst. Ich habe gewohnheitsmäßig nur auf einen günstigen Datentarif geachtet und dabei übersehen, dass Vodafone mir in der Schweiz 0,91 € für abgehende und 0,61 € für ankommende Gespräche berechnet. Bei den vielen Telefonkonferenzen der Telekom wird das richtig teuer. Lehrgeld eben. Und der gewählte Tarif blockiert einen Wechsel in einen günstigeren Telefontarif.

Heute habe ich endlich meine Berater-Website so weit, dass sie auch fürs Handy geeignet ist.

Kino in der Schweiz ist teuer. Ich habe 19,50 CHF für ein Ticket bezahlt. Das ist mehr als doppelt so viel wie zu Hause. Aber es hat sich gelohnt, Arrival ist ein wirklich gut gemachter ScienceFiction-Film.


15.12.2016

Endlich habe ich es geschafft, den Roamingtarif zu wechseln. Jetzt zahle ich nur noch 5,99 € pro Tag und habe 50 Freiminuten.

Lucy hat mich inzwischen auch akzeptiert. Sie fordert ganz energisch ihre Streicheleinheiten ein. Noah bleibt weiterhin distanziert.

Wenn ich hier im Bus fahre, kommt es mir so vor, als sei ich in einer anderen Welt. Die Schweizer sind so höflich. Im Bus werden wildfremde Menschen gegrüßt, und an der Endhaltestelle wünscht der Busfahrer den Fahrgästen "En guete Tag mitanand".


16.12.2016

Heute bin ich um 4 Uhr aufgestanden. Ich wache oft so früh auf, aber da mein Tag sonst von Außen strukturiert wird, bleibe ich dann faul im Bett, statt die Zeit sinnvoll für mich zu nutzen. Jetzt bringe ich vor dem Frühstück diesen Blog auf den aktuellen Stand.

Die Arbeit für die Telekom hält mich bis 18:30 beschäftigt. Danach fange ich an, das Framework einer Website, die sich an verschiedene Bildschirmgrößen automatisch anpasst (responsive design nennt man das), zu analysieren. Ich will damit Ulrikes Seite neu machen, wenn Ihr mein Konzept gefällt.
Ich habe nicht alles verstanden, was da geschieht, und sicher brauche ich das Meiste davon auch nicht. Am Liebsten würde ich aufräumen und alles rauswerfen, was ich nicht brauche, aber ich habe noch keinen Überblick, was ich damit kaputt machen würde.


17.12.2016

Ich stehe wieder um 4 Uhr auf und beschäftige mich weiter mit dem Framework.

Um 10 Uhr fahre ich dann ins Kunsthaus, um mir die Giacometti-Ausstellung anzusehen. Sie ist das Highlight meiner Zeit hier. Der Mann war einfach genial, und vieles kannte ich noch nicht, wie seine kubistische und surreale Phase. Ich wusste auch noch nicht, dass er nebenbei so ein guter Maler war.

Danach mache ich noch einen Schaufensterbummel. Als ich dann wieder in der Wohnung bin und mich gerade über mein sehr verspätetes Mittagessen hermache, ruft meine Freundin Cécile an. Sie besucht gerade ihre Mutter, die in der Nähe wohnt, und hat zwischendurch mal zwei Stunden Zeit. Wir machen einen schönen Spaziergang über den Hügel, aber die Alpen sind noch nicht wieder aus dem Nebel aufgetaucht.

Noah bringt heute zum ersten Mal seine Gefühle zum Ausdruck: als ich ihn bürste, leckt er meine Hand.

Danach halte ich ein längeres Nickerchen und wühle nach dem Abendessen weiter in dem Framework. Dann schreibe ich noch bis nach Mitternacht an diesem Blog.


18.12.2016

Aussicht über den Wolken Am Mittag kommt die Sonne heraus, und ich nutze die Zeit zu einem Ausflug auf den Uetliberg. Die Aussicht über den Wolken ist grandios.

Statt einer Rückfahrkarte bekommt man hier eine Tageskarte, die zum Preis von zwei Einzelfahrten volle 24 Stunden gültig ist. Darum schließe ich an den Ausflug auf den Berg noch einen Stadtbummel durch Zürich an und nutze den verkaufsoffenen Sonntag. Und morgen früh kann ich damit nochmal einkaufen fahren.


19.12.2016

Manchmal ist es schon gruselig. Ich habe Facebook nicht erlaubt, meine Kontakte hochzuladen, und Ulrike ist nicht bei Facebook. Warum nennt es mir dann bei diesem nervigen "kennst du diesen, kennst du jene" auch eine Freundin von Ulrike als möglichen Kontakt? Vielleicht liegt es daran, dass die Freundin mich in ihrem Telefonbuch hat.

Lucy ist wohl die Chefin hier, oder die Herren sind einfach nur Gentlemen. Nino hat kein Problem damit, Noah zu verscheuchen, wenn er einen Platz in Besitz nehmen will, aber bei Lucy macht er das nicht. Insgesamt gehen die drei aber sehr entspannt miteinander um.

Weil die Sonne herauskommt, steige ich in der Mittagspause auf den Hügel, um zu sehen, ob die Alpen heute da sind. Man kann sie ganz schwach im Dunst erahnen, kein Vergleich mit der Aussicht gestern vom Uetliberg.
Aber immerhin kenne ich mich inzwischen gut genug aus, um einer Schweizerin den Weg zum Reiterhof weisen zu können. ;-)


20.12.2016

Um 4 Uhr ist die Dusche noch nicht wach. Da braucht es etwas Geduld, bis das warme Wasser kommt.
Und dann wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt tuck tuck tuck tuck tuck ...

Zum Frühstück sind vier Sorten Futter im Angebot, zwei von gestern Abend und zwei frisch von heute, aber die Katzen sind sich einig, dass das alles völlig inakzeptabel ist.


24.12.2016

Nino entspannt auf dem Katzensofa Bin wieder auf dem Heimweg und freue mich darauf, meine Familie wiederzusehen. Der Abschied von Nino ist mir richtig schwer gefallen.
Die letzten Tage hatte ich noch viel für die Telekom gearbeitet und mir zwischendurch nur die Zeit zum Einkaufen genommen.

Fazit dieses Nomaden-Experiments: Technisch überhaupt kein Problem, mit den Telefontarifen muss man aufpassen.
Ich hatte ein paar sehr schöne Tage. Alles völlig entspannt.
Insgesamt war es eine Art Retreat für mich. Ich konnte in meiner Freizeit vieles erledigen, wozu ich lange keine Zeit gefunden hatte.
Wichtig war für mich, herauszufinden, was mein persönlicher Rhythmus ist, und nicht von den üblichen Bürozeiten abhängig zu sein. Dem bin ich ein Stück näher gekommen, aber dafür hätte ich gerne noch mehr Zeit gehabt.
Sozial war es etwas schwieriger: die Kollegen nur über Telefon und die Familie nur über Skype und Threema. Und ich bin auch keiner, der schnell Bekanntschaften schließt. Für einen längeren Zeitraum würde ich mir eine Coworking-Location suchen.







Schere im Kopf

19.1.2017

Ich kenne zwei syrische Flüchtlinge, mit denen ich gelegentlich Schach spiele. Eigentlich wollte ich ihnen, wie allen meinen Freunden und Bekannten, vorschlagen, Threema zu installieren. Aber das habe ich dann doch nicht gemacht, weil ich Angst hatte, dass sie ins Visier der Geheimdienste geraten könnten, wenn sie verschlüsselte Nachrichten versenden.

In was für einer Welt leben wir, dass ich mich schon nicht mehr traue, Freunden zu empfehlen, wie sie ihre Grundrechte wahrnehmen können?






DNX - die Konferenz der digitalen Nomaden

25.5.2017

Ich sitze im Zug nach Berlin. Langsam werde ich aufgeregt. Ich bin gespannt darauf, auf der DNX gleich Gesinnte kennen zu lernen.
Nach der Ankunft gehe ich an der Spree entlang zum Hotel (laut Here Navigation: zu Fuß 18 Minuten, mit dem Bus 19 Minuten). Auf dem Fluss fahren viele Touristenboote. Ich komme mir vor wie in Paris.
Auf dem Weg zum Betahaus merke ich: ich muss erst noch ein Gefühl für die Infrastruktur der Stadt bekommen. Zuletzt war ich kurz nach der Wende hier. Da stank die Friedrichstraße noch nach Zweitaktmotoren. Seither hat sich viel verändert.

Beim Einchecken für die Konferenz bekomme ich eine leichte Panik. Was mache ich als Autist unter 800 fremden Menschen? Nun ja: üben.

Die erste Veranstaltung läuft schon: Markus Meurer unterhält sich auf dem Podium mit Laura Seiler und Tobias Beck und beantwortet Fragen aus dem Publikum zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Sehr spannend.

Danach laufe ich durch die Stadt und fühle mich frei und glücklich. Viel Livemusik auf den Straßen, vermutlich wegen des Kirchentags. Als ich an einem Block House vorbei komme, packt mich die Nostalgie. In diesen Restaurants habe ich oft gegessen, als ich in Hamburg gearbeitet habe. Das war ungefähr 1978. Und das Essen schmeckt dort immer noch lecker.


26.5.2017

Markus Meurer hat schon früh am Morgen gepostet, dass für morgen mehr als 900 Teilnehmer erwartet werden. Das ist schon eine richtig fette Bewegung. Ich denke: damit verändert er die Welt. Für einige Privilegierte.

Nach dem Frühstück habe ich noch reichlich Zeit bis zum ersten Event und gehe zu Fuß zum Mauerpark. Unterwegs gibt es viel zu sehen: spannende Architektur und seltsame Dinge wie das surreale Museum für industrielle Objekte.

Wie klein die Welt doch ist: die zweite digitale Nomadin, die mir heute Morgen über den Weg läuft, ist Sylvia Z. aus Bonn, mit der ich im Vorfeld schon korrespondiert hatte.

Die Location, wo Tanja Hummel ihren interessanten Vortrag hält über Mut und wie man dahin kommt, heißt Schönwetter. Und tatsächlich kommt während des Vortrags die Sonne heraus.

Nachmittags Mastermind: in Kleingruppen von seinem Traum erzählen und Ideen sammeln, wie die nächsten Schritte aussehen können. Meiner ist die virtuelle Welt, und ich bekomme vo meinen drei Partnerinnen wertvolle Tipps.

Um 19:30 lege ich mich mal für ein Viertelstündchen aufs Ohr, um auszuruhen. Als ich aufwache, ist es 21:30. Ich ziehe nochmal los, wandere durch die Stadt und höre der Musik zu. Von lauten Stimmen und Musik werde ich zum Reichstag gelockt. Dort steht ein Projektor, der einen Film über die Wiedervereinigung und den Bundestag über den Fluß auf eine Hauswand projizierte. Hat mich wider Erwarten sehr berührt, da ich mich an die unglaublichen Tage erinnerte, als die Mauer fiel.


27.5.2017

Heute geht es früh los. Das Main Event (die Veranstalter sprechen in der Öffentlichkeit nur Neudeutsch) ist im Funkhaus Ost in Köpenick, direkt an der Spree. Darum fahre ich vor dem Frühstück los und kaufe mir unterwegs nur eines dieser köstlichen Marzipanhörnchen. An der Straßenbahnhaltestelle treffe ich sieben DNXies, von denen ich zwei kenne und drei schon gesehen habe, und fühle mich vernetzt.
Im Foyer des Funkhauses läuft schon Partymusik, die geeignet ist, auch die letzte Schlafmütze wach zu bekommen.

Das Event fängt mit mehr als einer halben Stunde Verspätung an, indem man seine Nachbarn rechts und links mit dem Satz begrüßt: "Hallo, ich bin ein absolut genialer Mensch des einundzwanzigsten Jahrhunderts". Danach eine kurze Meditation, dann Vorträge. Beim Zweiten fällt der Ton aus. Wir machen erst mal Pause. Ich nutze die Zeit, meinen Blog zu schreiben.
Als der Ton wieder da ist, kommt ein inspirierender Vortrag nach dem Anderen. Zwar gibt es auch alberne Rituale, aber es werden auch ernste Themen wie Persönlichkeitsentwicklung und Schattenarbeit angesprochen. Der letzte Redner um 19:00, der mit seiner Frau und sechs Kindern um die Welt reist, sagt bei seiner Aufzählung dessen, was seiner Ansicht nach wichtig ist, dass man nichts auf eine unbestimmte Zukunft verschieben soll, weil man nie weiß, wieviel Lebenszeit man noch hat.
Zum Abschluss nochmal eine Meditation.

Abends sind wir im wir im Urban Spree. Der Diskjockey legt Vinylplatten auf und ist ganz offensichtlich begeistert von seiner Musik. Die ist ziemlich schräg und zu laut, um sich dabei zu unterhalten. Darum bleibe ich nicht lange.


28.5.2017

Die heutigen Workshops haben mir nicht viel Neues gebracht. Ich habe nicht alle besucht, die angeboten wurden, weil ich eine zu frühe Rückfahrt gebucht hatte.
Aber ich hatte einige nette Gespräche mit interessanten Leuten.

Was ich gelernt habe: ich bin nicht allein. Und: ich bin auf dem richtigen Weg.






HomeOffice auf dem Campingplatz

17.7.2017

Ich fahre mit meiner Familie für zwei Wochen nach Burgund. Urlaub kann ich das nicht nennen, denn ich fliege im August noch drei Wochen nach Uganda, und muss darum zwischendurch auch arbeiten.
Bisher habe ich gute Erfahrungen mit der Arbeit von unterwegs gemacht, ich bin nur gespannt, wie das mit dem WLAN klappt.

Ich habe mir schon zu Hause einen Campingplatz in Venarey-les-Laumes ausgesucht, den ich mit Googles Hilfe auch problemlos finde. Das Passwort für das kostenlose WLAN auf dem Platz kann sogar ich mir merken: 12345678.


18.7.2017

Mit dem Campingplatz-WLAN komme ich mit Handy und Tablet gut ins Internet, aber das Telekom-VPN stellt da wohl höhere Anforderungen. Der RAS-Client bringt keine Verbindung ins Telekom-Netz zu Stande.
Darum mache ich mein Handy zum Hotspot. Damit klappt die VPN-Verbindung. Ich habe nur keine Ahnung, wie weit mein Vodafone-Tarif mit 500 MB reichen wird. Aber wenigstens gibt es keine Roaming-Kosten mehr.

Also schaue ich genau, wieviel einzelne Aktivitäten verbrauchen: 7 MB für Anmeldung, Mail checken und ein paar DB-Zugriffe, 70 MB für eine halbstündige WebEx-Konferenz, 6 MB für die Navi bei einem Ausflug ...
Weit werde ich mit meinem Tarif nicht kommen.

Nach der Konferenz machen wir einen Ausflug nach Flavigny sur Ozerain, wo der Film Chocolat gedreht wurde. Ein schönes, altes Städtchen, aber vom Film erkennen wir nicht viel wieder. Dann nach Semur en Auxois, auch ein gut erhaltenes Städtchen, wo wir zu Mittag essen. Es ist heiß hier, mehr als 30 Grad.

Dann wieder zurück zum Campingplatz und nochmal die Telekom-Mails checken.


19.7.2017

Das Campingplatz-WLAN ist sogar zu schlapp, um mit meinem MacBook meine privaten Mails abzurufen. Oder sie haben alles außer Port 80 blockiert.

Nach der morgendlichen Telefonkonferenz machen wir einen Besuch im alten Zisterzienserkloster in Fontenay. Es ist gut erhalten und ziemlich eindrucksvoll. Nur die Cafeteria für die Besucher ist sehr sparsam: zwei Getränkeautomaten und ein Automat mit Chips und Süßwaren. Da fahren wir zum Essen lieber ins nahe Montbard. Das ist vielleicht ein verschlafenes Nest. Alle Bürgersteige sind hochgeklappt, kein Restaurant hat offen. Wir finden nach längerem Suchen nur ein Schnellrestaurant. Aber wenigstens haben sie da einen guten Salat, was bei 35 Grad völlig ausreicht.


20.7.2017

Während der morgendlichen TelKo bekomme ich von Vodafone die freundliche SMS, dass mein monatliches Budget zu 80% aufgebraucht ist. Ich kaufe daher weitere 500 MB für 5 €. Mal sehen, wie lange das reicht.

Auf dem Campingplatz läuft ein einzelnes Huhn herum. Da Tabea es regelmäßig mit Haferflocken und Brotkrumen versorgt, und Ulrike mit Trinkwasser, hat es sich inzwischen unserer Familie angeschlossen und hält auch sein Mittagsschläfchen hier.

Nachmittags fahren wir nochmal nach Semur en Auxois, weil wir dort Bilder von Sempé gesehen haben und vermuten, dass dort eine Ausstellung von ihm ist. Aber man hat nur in der ganzen Stadt großformatige Bilder von ihm aufgehängt. Ich finde seinen subtilen Humor einfach genial.
Dann schauen wir uns noch Vitteaux an, ein Städtchen mit interessanten Gebäuden und einer guten Fotoausstellung mit Bildern aus der Umgebung.

Irgend ein Programm hat heute 500 MB verbraucht, vermutlich eine Installation, die ungefragt im Hintergrund gelaufen ist.


21.7.2017

Heute wollen wir an die Loire weiterziehen und uns unterwegs noch Auxerre ansehen. Als wir losfahren, haben wir uns noch nicht entschieden, ob wir uns auch Tonnerre anschauen. Wir tendieren zu eher nein, aber dann übersehe ich den Abzweig nach Auxerre, und so kommen wir doch noch dazu, die Quelle Fosse Dionne in Tonnerre zu besichtigen. Wunderschön.
Ulrike hat sich schon die ganze Zeit gewundert, warum wir im Burgund noch keine Weinberge gesehen haben. Als wir dann durch Chablis fahren, jaucht sie begeistert auf: endlich! Mitten in einem Kreisverkehr steht eine Skulptur: eine riesige Hand, die eine Weintraube hochhält. Ich fahre ein paarmal im Kreis, damit sie in aller Ruhe ein Foto davon machen kann.

Auxerre ist eine von diesen schönen französischen Städten, wo noch viele Häuser aus dem Mittelalter gut erhalten sind. Nur sind sie hier in ungewöhnlich schrillen Farben gestrichen. Und es gibt einen gotischen Dom mit schönen Fenstern und lustigen Steinköpfen in der Apsis.

In La Charité-sur-Loire finden wir einen schönen Campingplatz auf einer Insel in der Loire. Das Paar, das den Platz betreibt, sorgt engagiert dafür, dass die Gäste sich wohlfühlen.

Abends ist in einem Garten gegenüber ein Fest, das einige Privatleute organisiert haben. Der Eintritt ist frei, zwei Musikanten spielen auf Drehleier und Dudelsack alte französische Musik, man kann gutes Essen und Getränke kaufen, der Pouilly-Fumé ist köstlich. Spät am Abend stellen die Veranstalter noch Wassermelonen-Stücke kostenlos auf jeden Tisch.

Zurück beim Zelt stelle ich fest: ich bin glücklich.


22.7.2017

Wie immer in Frankreich, klappern wir die Flohmärkte ab. Der Erste ist etwa 44 km außerhalb in einem kleinen Dörfchen. Nichts für uns dabei.

Um nicht die gleiche Strecke zurück zu fahren, mache ich einen Umweg über Nevers. Wir sind zu müde, um uns die Stadt anzusehen, aber Ulrike entdect ein paar Stände am Flussufer. Wir halten an und finden ein Loire-Fest mit alten Flusskähnen, von denen einer eine Herde Schafe geladen hat, und Verkäufer von lokalen Produkten.


23.7.2017

Wir stehen früh auf, denn in La Charité ist heute Flohmarkt von 8 bis 19 Uhr. Manche Einwohner haben ihre Hoftore geöffnet und stellen alte Möbel zum Verkauf. Es gibt viele Buchhändler hier, die ihre Schätze auf einem Stand vor ihrem Laden ausstellen. Eine der Besucherinnen ist eine große, sehr schlanke Afrikanerin. Hätte sie größere Füße, würde ich denken, sie sei von Giacometti.

Danach fahren wir zu einem weiteren Flohmarkt nach Prémery. Im Dorf folgen wir einem Wegweiser, der uns aus dem Dorf hinausführt. Als wir schon glauben, zu weit gefahren zu sein, kommt ein weiterer Wegweiser. Wir fahren mehrere Kilometer, und allmählich denken wir, dass uns jemand auf den Arm nehmen will. Aber dann sehen wir eine Wiese, auf der viele Autos parken. Der große Flohmarkt ist, von Wald umgeben, auf Wiesen an einem Teich und hat richtigen Volksfestcharakter. Hier sind mehr Stände von Privatleuten als in der Stadt, und es gibt eine gut organisierte Gastronomie. Ich probiere eine lokale Wurstspezialität. Schmeckt interessant, wird aber nicht mein Lieblingsgericht werden.
Wir kaufen altes Geschirr und kleine, runde Käse, und Tabea farbige Schuhe, die sie bemalen will. Aus den Roten macht sie Wassermelonenschuhe.


24.7.2017

Nach der Telefonkonferenz fahren wir nach Cosne-sur-Loire. Außer einem schönen ArtDeco-Kino, das noch in Betrieb ist, gibt es nicht viel zu sehen.

Mein Budget ist mal wieder fast aufgebraucht, und ich versuche, weitere 500 MB zu kaufen. Das klappt weder über die Vodafone-SMS vom letzten Mal, noch über deren App. Erst, als ich die SMS bekomme, dass ich ab sofort mit 32 kbit/s surfe, ist ein Nachbuchen möglich.

Auf dem Rückweg halten wir auf dem Weingut eines schönen Schlösschens in Tracy-sur-Loire, aber leider macht man da gerade Mittagspause.
Die nächste Station ist Pouilly, wo ich mir ein paar Flaschen von dem leckeren Pouilly-Fumé kaufe.

Viele Geschäfte hier in der Gegend sind geschlossen, und an noch mehr Häusern hängen Schilder, dass sie zu verkaufen sind. Einige sind schon ab 25.000€ zu haben. Aber es werden auch viele Häuser renoviert, und man findet oft das Schild "Route barrée", weil ganze Straßen komplett saniert werden.


25.7.2017

Wir wechseln mal wieder unsere Basis und fahren über die schwarzen Berge des Morvan in Richtung Autun. Unterwegs halten wir an einem Kanal in Châtillon-en-Bazois und sehen zu, wie ein eleganter, alter Flusskahn durch die Schleuse fährt. Danach trinken wir einen Kaffee, und weil sich unsere Zähne langweilen, bestellen Ulrike und ich uns eine Creme Brulée und Tabea eines dieser Schokotörtchen mit flüssigem Kern. Ich hätte gar nicht erwartet, dass das so extrem lecker schmeckt.

Der nächste Halt ist Château-Chinon, wo Mitterand mal Bürgermeister war. Vor dem Rathaus ist ein lustiger Springbrunnen von Niki de St. Phalle und Jean Tinguely.
Dort finden wir einen dieser Ramschläden der Emmaus-Bruderschaft. Die Emmäuse machen Haushaltsauflösungen und verkaufen das Zeug billig, um ihre Wohltätigkeitsorganisation zu finanzieren. Diese Läden gibt es in ganz Frankreich. Ich kaufe mir für 1,50€ ein gutes Brotmesser.
Der Campingplatz, den wie uns ausgesucht hatten, ist leider schon voll, aber man empfiehlt uns einen Anderen in der Nähe. Der ist schön gelegen und sehr ruhig, aber wegen der sehr schlichten Sanitäranlagen mit mehr als 30€ pro Nacht maßlos überteuert.


26.7.2017

Auf dem Platz gibt es ein offenes WLAN, aber es gelingt mir mit keinem meiner Geräte, eine Verbindung aufzubauen.
Lustigerweise denkt mein MacBook, das sei mein eigener Router, und bietet mir Empfehlungen an, wie ich ein sicheres Netzwerk einrichte.

Nach der TelKo machen Ulrike und ich eine kleine Wanderung. Sie hat einen Rundweg gefunden, der direkt am Platz vorbeiführt. Es geht einige Zeit steil aufwärts, dann haben wir eine wunderbare Aussicht.

Nachmittags besichtigen wir den größten buddhistischen Tempel Europas in La Boulaye. Sehr bunt und sehr kunstvoll bemalt.
Danach fahren wir nach Autun. Auf dem Weg dorthin kommen wir wieder an einen Emmaus-Laden vorbei. Dieser ist riesengroß in einer alten Fabrikhalle. Wir kaufen eine lebensgroße Balikatze aus Holz, einen Kerzenleuchter und diversen Kleinkram für die Küche.
Die gothische Kathedrale in Autun hat ein Bildhauer namens Gislebert verziert, dessen schlanke Figuren auch heute noch modern wirken.


27.7.2017

Heute ziehen wir wieder um in die Nähe von Bourges oder Dijon. Ich muss sehen, wie ich das mit meinen verschiedenen Telefonterminen koordiniert bekomme.

Um 06:45 bekomme ich unerwarteterweise eine Verbindung mit dem Campingplatz-WLAN. Aber egal, was ich versuche, ich bekomme immer die Meldung "Server nicht gefunden".
Mit dem Internet habe ich heute echte Probleme. Das Telekom-Notebook braucht ewig, um hochzufahren. Nach mehr als 20 Minuten beim Versuch, die diversen Telekom-Richtlinien herunterzuladen, gebe ich auf und wähle mich mit dem Handy in die TelKo ein.

Für die Fahrt nach Beaune brauchen wir länger, als geplant. Darum wähle ich mich mittags auf einem Supermarkt-Parkplatz in die TelKos ein, während die Damen einkaufen gehen.

Der neue Campingplatz hat ein offenes WLAN, mit dem ich auch private Mails abrufen kann, aber mit dem Notebook der Telekom gelingt mir die Einwahl nicht.


28.7.2017

Nach der morgendlichen TelKo schauen wir uns Beaune an. Auch das ist ein schönes Städtchen. Am Eindrucksvollsten finde ich das große Hospiz Hotel de Dieu.

Abends fahren wir zu einem Stadtfest nach Chagny.


29.7.2017

Heute stocken wir noch unseren Vorrat an burgundischem Wein auf. Ulrike findet endlich den roten Irancy, nach dem sie so lange gesucht hat. Dann fahren wir zum lokalen Emmaus-Laden, aber der hat vormitags nicht geöffnet.
Also fahren wir nach Dijon, um uns die Stadt anzuschauen. Es ist eine der schönsten Städte in Frankreich. Beim großen Museum für schöne Künste im ehemaligen Herzogspalast ist der Eintritt kostenlos.

Nachmittags bekomme ich wieder die SMS von Vodafone, dass meine 500 MB aufgebraucht sind, und ich nur noch mit 32 kbit/s surfen kann. Dieses Mal will ich nur noch 250 MB nachbuchen, aber das funktioniert wieder nicht. Die Vodafone App bestätigt zwar die Buchung, aber zu merken ist davon nichts. Beim Buchen über SMS schreibt Vodafone, ich solle das WLAN ausschalten und den Browser starten, aber das nützt auch nichts.


30.7.2017

In Agencourt fahren wir mehrmals durchs Dorf, ohne den Flohmarkt zu finden. Er ist wegen der Wettervorhersage abgesagt worden. Aber der in Brazey-en-Plaine ist da. Wir sind kaum 10 Minuten da, als ein Gewitter ausbricht. Die Händler decken ihre Angebote zu, und wir gehen auf einen Kaffee in eine nahe gelegene Bar. Als wir ihn getrunken haben, ist das Gewitterchen vorbei, und wir gehen zurück zum Flohmarkt, wo wir fette Beute machen.

Wegen des Flohmarkts mit eigener Gastronomie bieten die Bars und Brasserien im Dorf heute kein Essen an. Wir fahren daher ins benachbarte Saint-Jean-de-Losne an der Saône.

Nachmittags besichtigen wir ein Schloss in Savigny-les-Baunes. Neben den üblichen Antiquitäten stehen da Hunderte von Motorrädern herum, etliche Rennwagen und Feuerwehrfahrzeuge, sowie rund 80 ausgemusterte Kampfflugzeuge.


31.7.2017

Da die Wettervorhersage ab 10 Uhr Regen androht, packen wir früh alles ein, was ich nicht für die Telekom-Telefonkonferenz brauche. Sobald die vorbei ist, machen wir uns auf den Heimweg. Für die nächste TelKo um 11 Uhr wollten wir uns eigentlich wieder einen Supermarkt-Parkplatz suchen, aber um diese Zeit ist gerade keiner in der Nähe. So nehme ich von irgendwo am Straßenrand daran Teil.
Danach fahren wir weiter zu einem Supermarkt, der seine Einfahrt gut versteckt hat, und ich mache noch ein paar Datenbank-Recherchen, bevor wir weiterfahren. Die Damen kaufen inzwischen noch ein paar leckere Souvenirs.

Kurz vor der Luxemburger Grenze geht der Sprit zur Neige. Wegen des hohen Preisunterschiedes (20 bis 40 Cent pro Liter) gibt es auf französischer Seite aber so dicht an der Grenze keine Tankstellen mehr. Wir schaffen es buchstäblich mit dem letzten Tropfen nach Schengen, wo gleich drei Tankstellen nebeneinander stehen.

Fazit: HomeOffice auf dem Campingplatz macht Spaß.
Für die Arbeit unterwegs habe ich in diesen beiden Wochen 2,1 GB an Daten verbraucht, für die Navi 226 MB. Zusatzkosten: 18€. Wenn ich Vollzeit gearbeitet hätte, wären es wohl 3 bis 4 GB geworden.






Social Workation in Uganda

5.8.2017

Ich sitze im Zug zum Flug nach Uganda. Was ich dort vorhabe, nennt sich Social Workation (aus work und vacation), die von Stella Airoldi organisiert wird. Bin gespannt, was da auf mich zukommt. Ich war noch nie auf dem angeblich so dunklen Kontinent.
Ulrike und Tabea wollten nicht mitkommen. Schade.

Die Egyptair-Maschine ist ziemlich neu. Vor jedem Sitz ein Fernseher, auf dem man die Wahl hat aus mehr als einem Dutzend Filmen, haufenweise Weltmusik, oder der aktuellen Position des Flugzeugs auf einer Landkarte. Vor dem Start nach Kairo ein Gebet auf Arabisch. Die Maschine ist fast voll, und ich stelle mich auf vier Stunden eingezwängt auf dem Mittelsitz ein, aber die Frau neben mir setzt sich woanders hin, und so bekomme ich einen relativ komfortablen Platz am Gang.
Das Abendessen ist das Beste, was mir seit Jahrzehnten an Bord serviert wurde. Köstliche Kräuternudeln mit orientalisch gewürztem Huhn und Bohnen (zur Auswahl stand auch noch Fisch oder Rind), ein kleines Brötchen mit Butter und Camembert, bunter Salat und ein Pudding mit Orangensauce. Nun ja, sonst fliege ich auch meistens mit Germanwings. Selber schuld.
Beim Anflug auf Kairo ist es schon dunkel, und ich sehe den Nil zwischen den Lichtern der Stadt. Und die ist richtig groß.

Der Anschlussflug nach Entebbe hat anderthalb Stunden Verspätung. Dafür habe ich nachher einen Fensterplatz.
Während der Wartezeit sitzt neben mir eine voll verschleierte Frau mit vier kleinen Mädchen. Eines von ihnen bietet mir ein Stück Käse an. Als ich dankend ablehne, offeriert sie es dem Plüschlöwen, der aus meinem Rucksack schaut.


6.8.2017

Um Mitternacht geht es weiter nach Entebbe. Damit alles seine Ordnung hat, werde ich um 1:30 geweckt, um die mir zustehende warme Mahlzeit einzunehmen. Nicht so gut wie gestern, aber der Pudding macht vieles wieder wett.
Der Vollmond scheint auf die Wolken. Das sieht richtig verträumt aus. Als wir landen, ist es noch dunkel. Ein Taxi bringt mich zum Hotel. Neben der Fahrbahn gehen viele zu Fuß. Alle paar hundert Meter ist eine Tankstelle, ganz anders als in Frankreich, wo man manchmal 25 km fahren konnte, ohne eine zu sehen. Auf den Dächern sitzen Schwarzstörche und Marabus, manche Bäume sehen seltsam aus. Es ist kühl, im Tal ist noch Nebel.
Am Eingang des Hotels führen zwei Polizisten eine Sicherheitskontrolle durch und schauen sogar mit einem Spiegel unters Auto. Das Red Chilli Hidaway ist schön gelegen.

Abendessen mit den Kids Ich lasse es heute erst mal ruhig angehen, richte mich ein und halte noch ein Nickerchen.

Mittags kommt Laker Susan, die hiesige Projektmanagerin von 22stars, mit fünf vierjährigen Kindern zu Besuch. Wir verbringen den Nachmittag am Swimmingpool.
Ich halte es nicht lange in der Sonne aus und verziehe mich in den Schatten.

Telefonieren von Uganda nach Hause kostet bei Vodafone bis zu 3,04€ pro Minute, eine SMS 0,55€. Da verwende ich doch lieber Skype und Threema.


7.8.2017

Ich werde von Vogelstimmen geweckt, die ich nie zuvor gehört habe.
Später, als ich am Blog schreibe, kommt ein schwarzer Vogel vorbei, etwas größer als eine Amsel, dessen Federn in der Sonne stellenweise wie Edelsteine in einem herrlichen Blau schimmern, und zwei Kolibris.

Wir fahren mit einem Uber-Taxi in die Stadt. Meistens funktioniert das ganz gut, aber heute dauert es etwas länger, bis das Taxi kommt. Vermutlich hat der Fahrer noch eine Fahrt in der Nähe dazwischen geschoben.
Zuerst fahren wir zur Acacia Mall, einem modernen Einkaufszentrum, wo wir zu Mittag essen, und ich danach die zum Reiseprogramm gehörende 3 GB Datenkarte bekomme.
Technisch ist man hier auf dem neuesten Stand. In der Mall gibt es ostereierförmige Sitzgelegenheiten, in denen man mit VR-Brillen einen Spaziergang in der virtuellen Realität machen kann.

Dann fahren wir nach Downtown Kampala. Da gibt es Märkte, die wie die Blade Runner Version eines orientalischen Basars anmuten. Die Märkte sind weitgehend spezialisiert, nur Telefonkarten gibt es überall.
Wir besuchen einen Markt, in dem es hauptsächlich Bastelmaterial wie Glasperlen und Schmuck gibt, und einen, der auf Papier und Druckereien spezialisiert ist. Ich sehe neben uralten Maschinen auch eine jüngere Vierfarb-Druckstraße von Heidelberg.
Viele Leute bieten auch auf dem Boden am Straßenrand ihr kunstvoll gestapeltes Obst und Gemüse an.

Eine kurze Zeit lang bin ich Millionär. Ich ziehe mir aus dem Geldautomaten 1.000.000 Ugandische Schilling (UGX). Für einen Euro bekommt man zur Zeit 4.000 UGX. Jetzt kann ich auch ausrechnen, was der Sprit hier kostet: ca. 0,75€ für Diesel pro Liter, Benzin ist kaum teurer.

Vieles hier, wie der Linksverkehr, die Steckdosen oder die Nummernschilder der Autos, kommt aus der britischen Tradition, aber die Maßeinheiten sind metrisch.
Für die englischen Steckdosen hat mir Stella übrigens einen Trick genannt: einen Kugelschreiben in das obere Loch stecken, damit kann man die beiden Unteren entriegeln und einen flachen Normstecker einstecken.
Felix auf Boda Boda Die hiesigen Verkehrsregeln habe ich noch nicht verstanden. Vielleicht gibt es auch gar keine, außer dass man links fährt. Es ist ziemlich chaotisch, aber es funktioniert. Auf einem Moped sitzen der Fahrer, eine Frau und drei kleine Kinder, auf einem Fahrrad wird ein großer Schrank transportiert.

Die Motorad-Taxis Boda Boda sind nicht die sichersten Verkehrsmittel, aber bei diesem Verkehr mit Sicherheit die Schnellsten. Wir fünf haben uns auf drei Motorräder verteilt. Die Absprache bezüglich des Zielpunkts war wohl nicht so ganz eindeutig, denn mein Fahrer setzt mich irgendwo anders ab. Nach einem VoIP-Telefonat finden mich die anderen Vier aber wieder.

Kampala ist eine sehr grüne Stadt. Wenn man von Downtown absieht, gibt es weit mehr Bäume als Häuser. Und es gibt viele Hügel. Auf einem der Höchsten steht eine große Kathedrale aus dem vorigen Jahrhundert, von der man einen guten Blick auf die Stadt hat.

Für die 4 km bis zum äthiopischen Restaurant, wo wir zu Abend essen, brauchen wir mit dem Taxi anderthalb Stunden. An einer Ampel stehen wir fast 20 Minuten. Egal, ob wir rot oder grün haben, der Querverkehr braust munter vor uns vorbei.


8.8.2017

Verteilung der Plüschtiere Heute besuchen wir Acholi Quarter, einen der Slums von Kampala. Hier wohnen hauptsächlich Menschen, die vor einigen Jahren vor dem Krieg im Norden Ugandas geflohen sind. Da sie eine andere Sprache sprechen als die Leute in Kampala, haben sie kaum eine Chance auf eine Arbeit.
Einige von Ihnen machen Perlen aus buntem Recycling-Papier, aus denen sie dann schönen Schmuck machen.
Außerdem hat Stella eine Organisation gegründet, die Kindern den Schulbesuch ermöglicht.

Kochen auf Holzkohle-Öfchen Ich habe einen Haufen Plüschtiere mitgebracht, die ich von den Nachbarn gesammelt habe, und die jetzt an die jüngeren Kinder verteilt werden, und Tabea hat einige Kleider aussortiert, die die Größeren bekommen werden.

Die Frauen kochen für uns auf kleinen Holzkohleöfen ein Festessen mit Fisch, Fleisch, Gemüse und im Dampf gegarte, in drei Schichten in Bananenblätter gewickelte Yamswurzeln, Kochbananen und Süßkartoffeln. Lecker.

Noch ein Verkehrs-Erlebnis: die Ampel schaltet auf rot, das Polizeiauto vor uns fährt trotzdem über die Kreuzung, unser Taxi hinterher.


9.8.2017

Gestern bekam ich über Skype keine Verbindung zu Stande, aber heute klappt es gut. Ich telefoniere mehr als eine halbe Stunde mit Ulrike und freue mich, Ihr Gesicht wiederzusehen.
Der Datenverbrauch ist (für heutige Zeiten) erstaunlich gering: rund 10 MB pro Minute.

Wir fahren wieder ins Acholi Quarter und sehen uns die Schmuckherstellung an. Viele Leute sind dabei, Altpapier in schmale Streifen zu schneiden und daraus verschiedene Sorten von Perlen zu drehen. So kommt wenigstens ein bisschen Geld hierher.
Wir schauen auch in einige der Häuser. Viele haben nur einen Raum (die Toiletten sind außerhalb des Hauses) und sind manchmal nur mit einem Bett möbliert. Manche Leute besitzen nicht mal eine Matratze. Trinkwasser holen sie in großen gelben Kanistern. Oft teilen sich zwei Familien ein Ein-Zimmer-Haus.
Aber sie sind sehr freundlich. Mir wird immer wieder ein Stück saftige Ananas angeboten. Wenn mir beim Essen der Saft auf den Lehmboden tropft, kommt gleich jemand mit einem feuchten Lappen und wischt auf.

Am Abend fahren wir zu einem Konzert ins Zone 7, einer Mischung aus Restaurant, Disco und einem großen Außenbereich mit Bühne. Es gibt Reggae-Musik live. Da, wo wir mit gutem Blick auf die Bühne sitzen, ist kaum Beleuchtung. Ich bestelle einen gegrillten Nilbarsch. Einen ganzen Fisch im Dunkeln zu essen, ist wegen der Gräten schon recht abenteuerlich, aber er schmeckt sehr gut. Das Essen ist beim Servieren mit einer Frischhaltefolie abgedeckt. Hygiene wird hier groß geschrieben, denn rund 7,4% der Bevölkerung sind HIV positiv.


10.8.2017

Wenn die Sonne scheint, ist es richtig heiß, so dicht am Äquator. Heute ist es aber bedeckt und deutlich kühler. Das ist nicht erstaunlich, wenn man weiß, dass Kampala rund 1200m hoch liegt.

Heute haben wir zum ersten Mal eine Frau als Taxifahrer. Ihr Fahrstil steht dem der Männer in nichts nach. Welche Farbe die Ampel hat, ist ihr egal.

Der Tag heute ist irgendwie afrikanisch: ich verbringe viel Zeit mit Warten. Zum Glück habe ich ein Buch dabei.
Auf einem großen Baum mitten in der Stadt sehe ich eine ganze Kolonie von Marabus.

Weil Derrik, der Sohn von Susan, morgen 20 wird, feiern wir in den Geburtstag hinein. Sein Telefon ist kaputt gegangen, darum bekommt er von uns ein Smartphone von Panasonic. Es kostet 145.000 UGX, das sind keine 40€.


11.8.2017

Viele Leute im Slum haben aus Kostengründen einen schwarzen Anschluss ans Stromnetz. Heute Morgen kamen die Leute vom Versorger unter Polizeischutz und haben alle Leitungen, an denen kein Zähler hängt, abgebaut. Jetzt ist es ungewöhnlich ruhig hier, keine Musik, die wenigen Maschinen, die es hier gibt, laufen nicht mehr, und natürlich kann auch niemand den Akku seines Handys aufladen. Damit kommen viele Geschäfte zum Erliegen. Stella bezahlt für das 22stars-Büro 200.000 UGX für einen Stromzähler, damit das der Organisation nicht mehr passiert. Sie sagt, dass in drei Wochen wieder alles sein wird wie bisher. Die gleichen Leute, die die Kabel abgerissen haben, werden sie dann wieder anbringen. Gegen eine geringe Gebühr.

ein Markt in Kampala Am frühen Nachmittag kommt ein Gewitter. Der tropische Regen ist richtig laut auf dem Wellblechdach.

Danach fahren wir auf einen sehr bunten Markt. Susan kauft 45 dünne Wolldecken, die sie im Slum verteilen wird.

Die Sicherheitskontrollen sind ziemlich seltsam. Fußgänger werden am Eingang zur Acacia Mall kontrolliert wie am Flughafen, aber unten in der Garage können wir völlig unkontrolliert hereinspazieren. Wenn man mit dem Auto auf das Hotelgelände fährt, schauen sie mit einem Spiegel unters Auto, aber niemand sieht in den Kofferraum. Alles Augenwischerei.

Auf dem Rückweg kommt uns ein roter Bus mit der Aufschrift Postbus entgegen.
Auf den Straßen gibt es viele Schwellen, um den Verkehr zu bremsen. Manche sind so hoch, dass der Boden des Autos darüberkratzt.
Der Verkehr ist wieder heftig. Ein Holländer erzählt uns, dass er für sechs Kilometer drei Stunden gebraucht hat.


12.8.2017

Heute ist ein eher afrikanischer Tag. Laut Plan wollten wir um 6 Uhr zum Murchinson Falls Nationalpark abfahren, aber Trevor, unser Fahrer, ist noch nicht da. Um 6:35 geht es endlich los. Unterwegs sammeln wir noch zwei Frauen, die die selbe Tour gebucht haben, im Black Fat Cat Lodge auf. Dann legen wir noch einen Stopp ein, um in einen komfortableren Bus umzusteigen. Das soll 10 Minuten dauern, aber daraus wird mehr als eine Stunde, weil er nicht kommt. Und dann ist da noch der Berufsverkehr. Um 10 Uhr sind wir endlich aus Kampala heraus.
Weil wir so spät dran sind, lassen wir das geplante Frühstück ausfallen und holen uns unterwegs nur etwas zu Knabbern. Die Fahrt dauert dann noch vier Stunden.

entspannte Löwin im Nationalpark Sobald wir im Park sind, sitzen Paviane auf der Straße, die sich schnell in Sicherheit bringen. Südlich vom Nil ist der Park Urwald, auf der Nordseite Savanne.
Wir lassen den Bus am Ufer stehen. Trevor vergisst, uns zu sagen, dass wir in die Fähre steigen sollen, und so fährt sie ohne uns ab. Also nehmen wir die Nächste und steigen am anderen Ufer in einen anderen Bus.

Aber dann werden wir für das ganze Chaos reichlich entschädigt. Wo der Nil in den Albertsee mündet, sehen wir Giraffen, Antilopen und Gazellen, Wildschweine, Büffel, Wildhunde, in der Ferne Elefanten, eine Löwin, die es nicht stört, dass wir direkt neben ihr parken, und als es schon zu dunkel ist zum Fotografieren, auch noch Nilpferde.

Wir übernachten auf der Südseite des Nils in einer Dependance des Red Chilli in Zelten. Vor jedem Zelt hängt eine Petroleumlampe, Strom gibt es nur zeitweise. Die Duschen sind kalt, das Essen mäßig. Es gibt hier bunte Vögel, die sich verhalten wie bei uns die Spatzen. Sie kommen bis auf den Tisch, um nachzusehen, ob es etwas zu holen gibt.


13.8.2017

Kurz nach Sonnenaufgang fahren wir nochmal zu den Tieren. Es ist unglaublich, wie viele es hier gibt.
Zeitweise fliegt ein hellblauer Vogel mit rotem Bauch neben uns her, aber ich kann ihn nicht fotografieren. Wenn Trevor über die Waschbrettpiste brettert, gibt es nur verwackelte Bilder. Aber er hält oft an, damit wir in Ruhe staunen und knipsen können.

Nachmittags machen wir eine Bootstour flussaufwärts bis kurz vor den Wasserfall. Wir fahren am Nordufer entlang und sehen außer den bekannten Tieren auch Krokodile, zwei Arten von Eisvögeln, einen Goliath-Reiher, einen Webervogel und einen Taucher, dessen Körper ganz unter Wasser ist, so dass nur der Hals herausragt.


14.8.2017

Nur 15 Minuten später als geplant, starten wir zum Wasserfall. Unterwegs kommt Dampf unter dem Beifahrersitz heraus. Der Kühler hat wohl ein Leck. Wir opfern unser ganzes Trinkwasser dem Bus.
Der Murchinson Wasserfall (auch als Uhura Falls bekannt) ist mit 300 Kubikmetern pro Sekunde der Wasserreichste in Afrika. Er stürzt mit mächtigem Getöse durch zwei schmale Schluchten. Wir schauen uns das zuerst von unten an. Beim Aufstieg zum oberen Ende komme ich ins Schwitzen wie seit Jahren nicht mehr. Wandern so dicht am Äquator ist echt uncool.

Danach fahren wir zurück nach Kampala. Meine Klamotten sind voll mit rotem Staub.


15.8.2017

Heute habe ich endlich mal Zeit, meine Fotos zu sortieren.
Mittags fahren wir in den Design Hub Coworking Space, wo jeder seiner eigenen Arbeit nachgehen kann. Ein Schreibtisch hier kostet 25.000 UGX (6,25€) pro Tag incl. Internetzugang. Der ist hier deutlich besser als im Hotel. Wegen der Stromprobleme im Acholi Quarter nehme ich Kontakt mit dem Barefoot College auf, um zu fragen, ob es möglich ist, dass einige Frauen von hier bei ihm eine Solartechniker-Ausbildung machen können.

Den Rest des Tages übersetze ich Stellas Stiftungs-Website ins Deutsche.


16.8.2017

Ich wache um 2 Uhr auf. Da ich nicht wieder einschlafen kann, stehe ich um 3 Uhr auf und nehme eine kalte Dusche. Das Wasser im Hotel wird solar erwärmt und kühlt über Nacht aus. Dann mache ich mit der Übersetzung weiter. Kurz vor 5 Uhr lege ich mich nochmal hin. Als ich aufwache, schüttet es heftig. Eine gute Gelegenheit, mich wieder an die Übersetzung zu setzen.

Mittags ist die Sonne wieder da, und Susan kommt mit fünf Kindern an den Hotelpool. Die Kleinen haben viel Spaß, besonders als jemand mit Farbstaub kommt und sich alle damit bewerfen.

Am Abend sind wir wieder im Zone 7, wo es afrikanische Musik gibt. Das Essen, das wir Stunden vorher bestellt haben, kommt erst nach Mitternacht.


17.8.2017

Kinderarbeit im Steinbruch Wir sind wieder im Steinbruch des Slums und können sehen, wie Kinder dort arbeiten, statt in die Schule zu gehen. Sie zerkleinern Steine, die dann als Baumaterial verkauft werden. Für einen 20 Liter-Kanister voll Steine gibt es 250 bis 300 UGX, das sind kaum 0,07€. Für 1€ müsste man 16 Kanister abliefern. Die Eltern verdienen auch nicht mehr. Kein Wunder, dass sie nicht das Schulgeld für mehrere Kinder bezahlen können.

Wenn Du helfen willst, dass die Kinder in die Schule gehen können, kannst Du das über diese Stiftung tun.

Beim Übersetzen habe ich gelernt, dass man hier keinen Familiennamen hat. Statt dessen bekommen die Kinder einen Namen aus afrikanischer und einen aus meist britisch-christlicher Tradition.
Das Schulsystem in Uganda besteht aus Vorschule (Babyklasse ab 3 Jahren, Mittel- und Oberklasse), Hauptschule (P-1 bis P-7) und Oberschule (S-1 bis S-7), ein Schuljahr ist in drei Trimester unterteilt.


18.8.2017

Um den Frauen im Slum eine weitere Einkommensmöglichkeit zu beschaffen, kaufen Stella und Susan drei mechanische Nähmaschinen, komplett mit Untergestell und Tretantrieb. Das Geld hat Antonio, einer Reiseteilnehmer gesammelt. Das Ganze wird auf drei Motorräder verladen und ins Acholi Quarter gebracht. Dazu kaufen sie noch ein paar dieser wunderschönen, bunten afrikanischen Stoffe.

Sobald die Sonne untergegangen ist, ist es nach einer halben Stunde stockfinster. Hell ist es hier das ganze Jahr über von 7 bis 7 Uhr.

Wir warten mehr als zwei Stunden auf unser Taxi. Stadtauswärts ist totaler Stau. Ich will die Zeit nutzen, um Bilder in den Blog hochzuladen, aber das Internet will nicht so recht. Zum Glück ist in der entgegengesetzten Fahrtrichtung weniger los. Wir sind nach einer halben Stunde im Hotel, wo ich mir mal einen ruhigen Abend gönne.


19.8.2017

Im Acholi Quarter sehen wir uns an, wie mit den neuen Nähmaschinen gearbeitet wird.

Unsere heutige Stadtrundfahrt begint im Königspalast. Hier erfahren wir viel über die Geschichte Ugandas, aber im Palast selbst gibt es nichts zu sehen. Dann besichtigen wir die große Moschee auf dem Old Kampala Hügel. Vom Minarett aus hat man den besten Blick über die sieben Hügel der Stadt.

Zum Abendessen fahren wir auf einen Markt am Viktoriasee und essen gegrillten Fisch. Danach geht es wir noch in die Cocktailbar The Embers, die ungewöhnliche Drinks mit Rosmarin, Thymian, Ingwer oder Eiweiß anbietet. Ich konnte mich nicht dazu durchringen, letzteres zu probieren.


20.8.2017

Sonntags gibt es immer eine warme Mahlzeit für die Kinder, die von 22stars zur Schule geschickt werden. Es müssen über 100 Kinder sein, die hier ein Essen mit Fleisch oder Fisch bekommen. Für das haben die meisten Eltern kein Geld. Aber es ist immer noch nicht genug. Ein paar Kinder, die nicht dazu gehören, lungern in der Nähe herum und hoffen wohl, etwas abzubekommen.

Inzwischen habe ich verstanden, wie der Verkehr in Kampala funktioniert: nach dem gleichen Prinzip wie eine Fußgängermenge. Jeder geht seinen Weg, sucht seine Lücke, weicht aus, selten stößt mal jemand zusammen, und alle kommen an ihr Ziel.

Die Anderen gehen abends noch auf ein Festival. Ich bin ein wenig erschöpft und bleibe im Hotel. Zum Einen finde ich das viele Warten anstrengend, das ich am Anfang noch gut weggesteckt habe ("ich spiele jetzt mal Afrikaner"), aber es ist doch viel Zeit, die ich nicht produktiv nutzen kann. Zum Anderen werden die Filter, die meine Seele vor dem ganzen Elend geschützt haben, nach mehreren Tagen im Slum allmählich brüchig.


21.8.2017

Heute Nacht hatte eine der Frauen, die ich im Slum kennengelernt habe, nach einem Malariaanfall eine Fehlgeburt.

Für die letzte Woche fahren wir heute nach Jinja. Wegen des Staus auf der Hauptstraße fährt der Fahrer über eine parallel verlaufende Lehmstraße, die im Wesentlichen aus Löchern und Schwellen besteht. Da ist es dann auch mal besser, durch den Straßengraben als auf der Straße zu fahren.
Wir werden in einem Camp direkt über dem Nil einquartiert. Die Aussicht vom hohen Ufer ist eindrucksvoll. Unten am Fluss kann man den Eisvögeln zusehen, die rüttelnd in der Luft stehen wie bei uns die Falken.


22.8.2017

Arbeitsplatz mit Blick auf den Nil Ich habe im Restaurant eine Steckdose gefunden. Nun arbeite ich noch vor Sonnenaufgang mit Blick auf den Nil daran, mein Profil in den Jobportalen zu aktualisieren. Zwischendurch kommt eine Herde kleiner Affen vorbei.

Das untere Ende des Viktoriasees wird "Quelle des Nils" genannt. Man spürt den Übergang vom ruhigen See zur starken Strömung des Flusses deutlich. Außer vielen Vogelarten sehen wir auf einer Bootstour einen Calamanda, eine Art Eidechse, die mehr als einen Meter lang ist.


23.8.2017

Fünf Stühle und zwei Matratzen werden auf ein Motorad geladen Jinja ist eine staubige Kleinstatt. Ich bin vom Staub schon völlig rot eingefärbt. Der Zustand der Straßen ist noch schlechter als in Kampala.

Wir besuchen zwei der Schulen, zu denen die 22stars-Stiftung die Kinder schickt. Die Eine wird von einer spanischen Kirche betrieben, sieht sehr gepflegt aus und hat maximal 25 Kinder in einer Klasse, die andere Schule ist sich selbst überlassen und lange nicht renoviert worden. Hier sind bis zu 60 Kinder in einer Klasse. Aber das ist immer noch besser als die staatlichen Schulen, wo bis zu 300 Schüler in einem Raum unterrichtet werden, und die Lehrer nicht immer ausreichend qualifiziert sind.
Angeblich sind die staatlichen Schulen kostenlos, aber Lehrmittel und Schuluniformen müssen die Eltern selbst bezahlen, und die Kinder bekommen, anders als in den privaten Schulen, kein Mittagessen.

Sonnenuntergang am Nil Dann schauen wir uns das neue Projektbüro an. Es sieht noch sehr nach Rohbau aus und muss erst mal gestrichen und möbliert werden. Wir fahren daher zum Einkaufen in die Stadt. Die eingekauften Sachen werden auf ein Motorad getürmt und so zum Büro gebracht. Als wir zurückkommen, ist die Fassade schon vorgestrichen. Stella wollte sie ursprünglich weiß, aber bei dem Staub würde sich das nicht lange halten. Deswegen wird sie jetzt rot wie Stellas T-Shirts.
Einige Frauen haben den von ihnen gefertigten Schmuck im Büro ausgelegt. Sehr vielseitig und bunt, es sind sehr schöne Sachen darunter.
Aidah, die Projektmanagerin im Danida Slum, und ihr Mann David wollen das Büro auch zu einem Ort machen, zu dem die Kinder am Samstag kommen, um zu spielen, zu lernen und ihre wöchentliche Zusatzmahlzeit zu bekommen.

Den Sonnenuntergang genießen wir in einer Bar mit Blick auf den Nil.
Es gibt hier kleine Frösche, die gut klettern können. Sie sitzen unterm Dach und klingen genau wie die Blech-Knackfrösche, die wir als Kinder hatten. Tierisch laut.


24.8.2017

Ich gönne mir nochmal einen ruhigen Tag, während Stella in den Danida Slum fährt, um sich über den Fortgang der Renovierung zu informieren.

Der Nil unterhalb des Camps wurde erst vor wenigen Jahren von einem Kraftwerk aufgestaut. Vorher war hier Wildwasser.
Wir machen eine Bootsfahrt auf dem Fluss, der jetzt fast so ruhig ist wie ein See.


26.8.2017

Gestern Abend hatten wir ein Taxi, das anscheinend überhaupt keine Federung mehr hatte. Auf der Straße, die fast aus mehr Schlaglöchern als Fahrbahn besteht, wären mir fast die Zähne aus dem Gebiss gefallen.
Beim Taxi heute Morgen muss der Fahrer erst mal ein paar Minuten am Motor herumschrauben, bevor der anspringt.

Die Renovierung macht Fortschritte. Der Außenanstrich ist fertig, das Logo von 22stars wird angebracht. Stella nutzt die Gelegenheit für exzessive Werbeaufnahmen.
Innen ist das Büro unverputzt, als Dekoration werden Poster mit Unterrichtsthemen verwendet. Ein älteres Mädchen spielt Lehrerin, die anderen Kinder sagen im Chor das kleine Einmaleins auf.
Die Kinder bekommen ihre wöchentliche Fleischmahlzeit. Vorher und hinterher stehen sie Schlange, um die Hände zu waschen, denn man isst hier mit den Fingern.

Zu den Einnahmequellen in Danida gehören neben den winzigen Läden auch die Herstellung von Seife und Schnaps. Der ist ganz offensichtlich gesundheitsschädlich, aber die Leute trinken ihn trotzdem.


27.8.2017

Letzter Tag in Uganda. Da ich meine alte Reisetasche in Kampala gelassen habe, muss ich alles in einen Koffer quetschen. Hoffentlich hält der Reißverschluss.
Ich bin das Angebot im Camp Leid und lasse das Frühstück ausfallen.

David, der in einer der Slumgemeinden Pastor ist, hat uns zum Gottesdienst eingeladen. Ich gehe ausnahmsweise mit. Die Versammlung ist schon im Gange. Uns werden Ehrengast-Plätze zugewiesen. Im ersten Teil wird die Gemeinde mit viel Emphase zugetextet. Da die Menschen im Slum aus unterschiedlichen Landesteilen kommen und verschiedene Sprachen sprechen, übersetzt eine Frau alles ins Englische. Dann wird fröhlich gesungen und getanzt. Auf einer Art Bühne tobt sich eine Tanztruppe trotz der vormittaglichen Hitze zu fetziger Musik aus. Dazwischen ist ein Junge, höchstens fünf Jahre alt, aber er hält gut mit. Danach erzählt David, wie er Stella kennengelernt hat, und bedankt sich für ihren Einsatz für die Menschen im Slum. Die Gemeinde betet für sie. Stella filmt alles.

Anschließend fahren wir zurück nach Kampala. Im Büro im Acholi Quarter besprechen Stella und Susan die Kollektionen. Bei einem Satz ist die Farbe falsch, andere Sachen sind zu klein oder falsch gearbeitet und müssen wieder aufgemacht werden.

Mit meinem umgetauschten Geld komme ich gerade so hin. Es ist nach der Taxifahrt zum Flughafen fast völlig aufgebraucht.


28.8.2017

Die Sicherheitskontrollen in Entebbe sind einfach albern. Auf dem Autobahnzubringer muss ich aussteigen und durch eine Personenschleuse. Die anderen Beiden dürfen sitzen bleiben, ins Auto schaut auch keiner. Mein Handgepäck wird dreimal durchleuchtet: vor dem Warteraum, beim Einchecken und dann nochmal am Gate. Dabei wird die Wasserflasche, die ich nach der zweiten Kontrolle gekauft hatte, konfisziert. Nach der letzten Kontrolle muss ich meine Bordkarte noch viermal vorzeigen.

Wir fliegen über die Wüste nach Kairo ein. Alles sieht sehr staubig aus, sandfarbene Hochhäuser dicht an dicht.
Mein Gepäck wird beim Umsteigen zweimal durchleuchtet. Beim zweiten Mal konfisziert der Kontrolleur ein kleines Taschenmesser, das seit Jahren niemanden gestört hatte.
Beim Weiterflug sehe ich die vielen Bewässerungskanäle für die Landwirtschaft und zum letzten Mal den Nil.

mobiler Laden mit Hemden Fazit: Stella ist eine unlaublich engagierte Frau, die sich voll für die Frauen und Kinder in den Slums einsetzt. Ihre Projekte sind es Wert, unterstützt zu werden.

fliegender Händler Uganda ist ein Land voller Widersprüche. Auf der einen Seite bitterste Armut und Kinderarbeit, auf der anderen Seite Prunk und Hightech, aber noch sehr in der Religion verwurzelt: nur 0,2% Konfessionslose. Das treibt gelegentlich Blüten wie "Ich gebe meinem Kind keine Medizin, sondern bete dafür, dass es wieder gesund wird". In letzter Zeit gewinnen Evangelikale aus den USA an Einfluss und heizen die ohnehin homophobe Stimmung weiter an.

Die Wirtschaft brummt, es gibt unzählige Kleinstunternehmer wie fliegende Händler und die Motorad-Taxis. Aber in der Stadt Jinja gibt es anscheinend nur einen einzigen Geldautomaten. Die Straßen sind eine Katastrophe, selbst in den Hauptstraßen von Kampala kommen 20 cm tiefe Löcher häufig vor.

Die Menschen hier haben mich sehr beeindruckt. Ich habe in diesen drei Wochen nur freundliche Menschen kennen gelernt.






Wohnmobil für Vögel

29.4.2018

Zugvogel-Haus Bei einer Wanderung mit Ulrike auf einem der schönsten Traumpfade fanden wir dieses Vogelhäuschen für Zugvögel.





Bildnachweis: Portrait: Diana Schaper, Grafik: Computerwoche, Abendessen in Kampala: Stella Romana Airoldi, alle Anderen: eigenes Foto


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